Feng Shui Geschichte
Ursprünge
Feng Shui (chinesische Geomantie) gehört wie z.B: das Knochen-Orakel (jagu bu), die Numerologien (shushu), die Kunst der Physiognomik (xiangren shu) und die Berechnungen der Schicksals nach den 8 Zeichen (bazi suanming) zu der Methoden-Kunst (fangshu) der traditionellen chinesischen divinatorischen Techniken.
Schriftlich lässen sich die Ursprünge bis zu 3'000 Jahre zurück verfolgen. Die Bezeichnung wird erstmals im Buch der Gräber (zang shu) ca. 5 Jh. v. Chr. erwähnt.
Klarere Strukturen entwickelten sich während der Qin- (221-207 v.Chr.) und der Han-Dynastie (207 v.Chr. - 265 n. Chr.) Der Begriff der hellen Halle (ming tang) wurde erstmals in der Literatur verwendet. Grundzüge der Formen-Kraft-Schule (Formschule) verbindet das Qi mit den Formen in der Landschaft. Im 6 Jh. n. Chr. nutzten Feng Shui Meister bereits die Zusammenhänge der Interaktionen zwischen den 5 Wandlungsphasen. Bis zum Ende der Tang-Dynastie (618-907) wurden unter anderem Theorien der Yin-Yang-Schule, der 5 Wandlungsphasen, der Formen-Kraft-Schule und der Struktur-Qi-Schule (Kompass-Schule) angewendet.
Bis zum Ende der Song-Dynastie (960-1279) flossen Ideen aus dem Buddhismus, dem Konfuzianismus und dem Daoismus ein. Die Kompass-Schule bildete sich als eine Ergänzung zur Formschule heraus. In dieser Zeit erreichte die chinesische Kultur (Philosophie und Wissenschaft) einen Höhepunkt. So wurden in dieser Zeit das Schiesspulver und der Kompass entwickelt. China stellte Expeditionen mit grossen Schiffen bis nach Afrika. Der Neokonfuzianismus erlebte seine Blütezeit. Yin-Yang als Symbol des Tai Ji und das Konzept der Struktur-Qi (Kompass-Schule) bildeten wichtigen Erkenntnisse. Die Formschule untersucht die sichtbare Welt und die Kompass-Schule die Unsichtbare. Die Formschule entwickelte sich im nördlicheren China in den Gebirgen und Flusstälern der Provinz Jiangxi und die Kompass-Schule in der Provinz Fujian in Süd-China. In diesen Konzepten liegen die Grundlagen der Berg- und Wasser-Drachen.
Während der mongolischen Yuan-Dynastie (1271-1368) wurde der Mondkalender weiter entwickelt. Es enstanden die Grundlagen der 2 (Yin-Yang) x 5 (Wandlungsphasen) x 12 (Erdzeichen) des 60-Zyklus von Himmelstämmen und Erdzeichen, welches vor allem im Bazi Suanming Verwendung findet. In der Ming-Dynastie (1368-1644) wurde die rationale Anschauung des Feng Shuis in eine Spirituelle gewandelt. Die Einheit von Körper, Geist und Qi und damit dem Leben wurde postituliert. Die Kenntnisse wurde zum System der 8 Richtungen (ba zhai) zusammengefasst. Es entstanden riesige Enzyklopädien.
Feng Shui auf dem Weg in die Moderne
In der Qing-Dynastie (1644-1912) entwickelte sich die Methoden der fliegenden Sternen (fei xing) und der mysteriösen Leere (xuang kong), leider aber auch Scharlatanerei. Der Missbrauch des Feng Shui führte in den letzten 200 Jahren zum Stillstand. Das Unvermögen der letzten Kaiser Probleme zu erkennen oder zu lösen, führte schlussendlich in den Kommunismus. Mit Maos "Grossen Sprung nach vorn" und der Kulturrevolution wurde die Grundkultur des Feng Shui, der Ahnen- und Gräberkult, zerstört. Feng Shui "überlebte" dagegen in Taiwan, Hongkong und in chinesischen Auswanderungsgebieten. Erst seit 1994 erscheinen wieder Feng Shui Publikationen in China.
Die westliche Kultur hat Feng Shui entdeckt, vermischt sie einerseits mit der Geomantie und der New Age Kultur und anderseits vereinfacht sie Feng Shui Regeln z.B: zur 3 Türen-Bagua-Lehre. Wie weit die westliche Kultur bereit ist, tief in die chinesischen Hintergründe des Feng Shui abzutauchen und eine wirkliche gegenseitige Weiterentwicklung zu erreichen, kann nur die Zukunft zeigen.
Schulen des Feng Shui